DEKERN

DEKERN – Bildhafte Anarchie

DEKERN sagt; „Die Kunst ist frei!“. Damit gibt er anderen und sich selbst den Raum für ein Schaffen, welches keine Grenzen und Regeln zu kennen scheint, den Geist jugendlicher Revolte immer noch in sich trägt und stetigen Aufbruch signalisiert. Die Bildsprache des Autodidakten ist trotzig, provokant, naiv wirkend, dilettantisch sowie demonstrativ unangepasst. In farbiger Mischtechnik aus Sprühdosen, Pinsel, Stiften und Tuschen hat er sich einen intuitiven, Streetart-nahen Stil geschaffen, der nicht zuletzt wegen seiner spontanen aufgetragenen Worte, Wortfetzen oder Wortspiele beim Comic anknüpft. Anlehnende Vergleiche zu Jean-Michel Basquiat liegen nahe, dürfen gezogen werden, obwohl DEKERN ihn nie als Vergleich oder Vorbild akzeptiert. Er selbst betitelt sich als „To-Do-Ist“. Er ist überzeugt, dass stetiges Arbeiten verbunden mit großem Fleiß hin zu künstlerischen Brüchen führt und neue Ausdrucksweisen erschließen lässt. Er ist sich auch sicher, dass Gesehenes unweigerlich in Eigenes eingeht. Stetiges Experimentieren und Verwerfen, auch Übermalen prägen seine nächtlichen Sessions im Atelier im Haus an der kleinen Spree. Ein Anzeichen für derartige Brüche sind die Verwendung jeglicher Arten von Malgründen, ob es sich dabei um C-Prints seines berühmten Onkels, um alte Schrank-oder Haustüren, zufällig gefundene Kartonagen, Tapeten oder auch ganzer Gemälde vergangener Zeiten handelt. Hin und wieder wendet er sich von der Zweidimensionalität ab, der dritten Dimension zu. Er schafft dabei Skulpturen und Objekte grober Natur, die eigenständig und kraftvoll die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen. So reproduziert er alltägliche Umgebungsgeräusche und Eindrücke, sowie scheinbar lange zurückliegende Traumata genau auf seine Weise, nicht belehrend, ernsthaft und mit Humor versehen zugleich. Wenn sich seine künstlerische Sprache vom Punk und Rock wegbewegt, gleichfalls reduzierter vorgetragen wird, entstehen Arbeiten mit einem wohltuenden neuen Reifegrad. So scheint DEKERN‘s anarchische Arbeitsweise nur eine Zwischenstation darzustellen – oder?

 Autor; H. Christoph (mit Zitaten aus der NSC 2015), Februar 2017

 

Vita
 POrträt Kern Thomas

1970
geboren in Radeberg, lebt und arbeitet  in Niedergurig bei Bautzen

seit 2016
Zusammenarbeit und ständige Ausstellung in Galerie FLOX

2015
Beginn Performance-Projekt „CRASHED EYES“ mit Nowak von Silbermond, Kunst am Bau im Steinhaus Bautzen

2013/2014
Kennenlernen Rockband Silly, Bilder zu Songs des Albums “ Alles Rot“, Konzert Silly und Ausstellung mit Versteigerung im Postbanhof Berlin

2011
Komplettabbau einer Ausstellung mit 70 Arbeiten in der Galerie Forsten-straße Dresden, Verbot durch Hausherrn – „zu brutal“, BILD berichtete

2010
Begegnung Christian Awe – Anregungen zur Streetart, erste Sprühbilder  

2004-2010
Werbeagentur und eigenes Atelier bei Bautzen

2008
Treffen mit Jonathan Meese und Atelierbesuch in Berlin, kurzer Arbeits-aufenthalt in Malta, Arbeiten mit Sandstein

2007
Sehr inspirierendes Treffen mit Julian Schnabel bei Ausstellung auf Schloss Derneburg

2000-2003
Ausbildung zum Mediengestalter/ spez. Mediendesign, erste Kettensägearbeiten/ Holzskulpturen entstehen

1999-2000
Arbeit als Baukeramiker in einer Oberlausitzer Töpferei, Wandbilder und Plastiken aus Ton, Kunst am Bau Projekt in Körsetherme Kirschau, Kennenlernen des Malerfreundes Wieland Richter aus Dresden

1992-1999
Grundwehrdienst in Brandenburg, Wandbilder im Kasernenbereich entstehen, danach Bauarbeiter in Altbausanierung

1989-1992
Abbruch Abitur, Abschluss der Berufsausbildung zum Baufacharbeiter,  Fachschulstudium zum Erzieher, erste Fingermalerei Ölbilder entstehen


31.07.1988
schwerer Verkehrsunfall, 5 Tage Koma, schwere Beinfrakturen an beiden Beinen, halbes Jahr ans Krankenbett gefesselt, Zeichnungen u. Skizzen


Ausstellungen (Solo oder Gruppe)

seit 2000
u.a. Bautzen, Berlin, Bettembourg (LUX), Bischofswerda, Dresden, Kamenz, Gegenbach, Hannover, Innsbruck (AUT), Kirschau, Leipzig, Rapperswill (CH)