CHRISTOPH kathrin

Kathrin Christoph – Chromatische Formgebung und die Farbe der Bewegung

Die Künstlerin beschäftigt sich in einer selbstreflexiven Herangehensweise mit freier Malerei, in der sie dem Drängen aus ihrem Inneren nachgibt. In Valeurmalerei einer Lokalfarbe erarbeitet sie sich im Einzelnen Themen der Erneuerung, des Fortschritts oder unserer Lebensumwelt. Die monochromen Farbschemen treten durch unterschiedliche Lasuren und den Materialwechsel von Acrylfarben und Tusche in starken Kontrast: Wird jeweils nur ein Farbwert angesprochen, so changieren Linien und Flächen zwischen reinen und gebrochenen Tönen, zwischen zart dünnem Farbauftrag und pastoser Deckung.

Elemente der Bewegung wirken auf die kompositorische Gestalt und resultieren in den verwendeten Farbwerten. Christophs abstrakte Konzeptionsideen erinnern an Bauhausentwürfe, geprägt von unterschiedlichem Farbeinsatz bei Klee oder Kandinsky. Paul Klee schrieb 1920: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern Kunst macht sichtbar“, Christoph folgt dieser Philosophie aus Klees Gestaltungslehre. Auch für sie sind Kunst und Lehre untrennbar miteinander verbunden und Überzeugungen werden undogmatisch mit anderen geteilt. Klees Ziel, der „Aufbau von Vielheiten zur Einheit“, wird von Kathrin Christoph richtunggebend in ihren Werktiteln gefasst. Ebenso treten Modelle nach Kandinskys Formenlehre in Erscheinung; Form und Farbe werden in direkten Bezug gesetzt, etwa in ‚grüne freie Form‚. Ähnlich nähert sich  Christoph ihren Sujets in chromatischer Malweise. Kandinskys formierter Bildaufbau und seine Wahrnehmungssensibilisierungen könnten als Einfluss auf die Malerin gelten. In Kontakt mit Theorien der Farbtherapie kam Kathrin Christoph während ihres Studiums in Bochum.

Zu ihrem Œvre zählen Malereien und Materialcollagen. Reminiszenzen an Montagestrukturen und Phantasiewelten der Surrealisten können beispielsweise in der Werkserie Contaluminus [2012] gesehen werden. Christoph nutzt die Manier der Decalcomanie, um außerbildliche Formen zu imaginieren und Fabelfiguren, wie rein zufällig, entstehen zu lassen. Korrespondenzen in divergierenden Linien, in Detail und Fläche oder in Form und Gegenform, suchen die motivische Aufladung zu transportieren.

Kathrin Christoph nimmt sich deutlich der industrialisierten Welt an. Sie verarbeitet ihre Auseinandersetzung mit technischen Neuerungen und dem Umgang mit Energien. Phantasie und Fantasy stehen in more is less I – X [2014] der visualisierten Realität gegenüber.

Kathrin Christoph, geboren 1964 in Ebersbach / Sachsen, ab dem Jahr 1996 freiberuflich, arbeitet seit 2012 am Galeriestandort, im Atelier Im Friese in Kirschau (Oberlausitz).

Autorin: Katrin D. Herold M.A. ,  Berlin, Juli 2014

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Vita

1964
geboren in Ebersbach(Oberlausitz), lebt in Neugersdorf(Oberlausitz) und arbeitet in Kirschau

seit 2013
Zusammenarbeit und ständige Ausstellung in Galerie FLOX

seit 2017
Leitung der Siebdruckwerkstatt  „Kunstinitiative im Friese“ e.V. Kirschau

2016
Via Regia Stipendium für Bildende Kunst in Kleinsassen/Rhön

2012
Atelier „Im Friese“ Kirschau

2005-2011
Atelier „Im Hecht“ Dresden

2006
Wettbewerbsgewinn Kunst am Bau / Weißwasser

2002-2005
Leitung der Galerie „Atelier am Handschuh“ in Oybin

2006
Diplom FB Malerei/Grafik (IBKK) / Bochum

2005-2006
Meisterklasse bei Prof. Qi Yang (IBKK)

2001-2005
Institut für Ausbildung in bildender Kunst und
Kunsttherapie (IBKK) Bochum, Fachbereich Malerei/Grafik

seit 1996
Freischaffend tätig in Atelier und Werkstatt

1992
ILS – Diplom „Werbegrafik und Design“, Hamburg

1986
Dipl.-Ing. (FH) für Bekleidungstechnik

 

Ausstellungen (Solo oder Gruppe)

 

seit 1996
u.a. in Basel (CH), Bautzen, Berlin, Bochum, Bottrup, Dresden, Hamburg, Köln, Hannover, Innsbruck (AUT), Kirschau, Löbau, München, Schwerin, Seiffen, Seoul (KOR) ,Wismar, Zittau, Zürich (CH)

 

Mitglied

 

Künstlerbund Dresden e.V. – Regionalverband des Sächsischen Künstlerbundes und des BBK

Kunstinitiative „Im Friese“ e.V., Kirschau

Oberlausitzer Kunstverein, Regionalgruppe Löbau