WEILE r. poul

Poul R. Weile – Widerstand gegen die Wiederholung & Kampf für die Kopie

Bekannt für seine kokette Arbeit, lädt Poul R.Weile die Betrachter dazu ein, sich ironisch und spielerisch zu geben. Diese Absicht erscheint eindeutig durch seinen künstlerischen Ansatz und dessen inhaltliche Auseinandersetzung. Durch sein Kunstschaffen kommuniziert und erforscht er Wege der Kollektivität. Er lädt dazu ein, ein aktiver Mitwirkender zu werden. Er ist ein Künstler, der verschiedene Genres wie Zeichnung, Malerei, Skulptur, Happening, Grafik, Fotografie und Video nutzt und kombiniert. Seine Arbeiten haben Sinn für Humor und sind durchzogen mit dem weit verbreiteten, unveränderlichen Reiz von Kitsch. Weiles Kunst ist nicht aus der Ebene einer Kulturelite heraus zu verstehen, sondern einfach als Werk eines Künstlers. Poul R. Weile stellt die Werte des toleranten Betrachters in Frage, indem er mit dem Thema traditioneller Schönheitsideale spielt. Innerhalb seiner mehrdeutigen Werke, stellt er Bezüge zu historischen Denkmotiven und bestehenden Narrativen her, die eine genauere Betrachtung erfordern. Zum Beispiel in den Schwarz-Weiß-Fotografien der „Watersculptures“ ist der Künstler gleichzeitig Subjekt und Direktor. Das Wasser wird durch das Einfrieren der Zeit im Moment der Aufnahme zur Skulptur – ein Widerspruch in sich. Poul R. Weile beschäftigt sich in einem bedeutenden Teil seines Schaffens mit der kunsthistorischen Darstellung der weiblichen Figur, zelebriert diese und setzt sie in einen neuen Zusammenhang. So in seinem Werk „Venus´arrival in Heinrich Heine“ (2017), in dem er sich auf Botticelli bezieht; oder in der Malerei „Clouds and Rain / The Macho Syndrom“ (2018). Spielerisch hingegen sein Vorgehen in den zahlreichen Collagen (2012-2016). In der Performance „Collected Body“, erstmalig 2013 aufgeführt, interagiert er den Rezipienten. Körperteile werden mit einem Handscanner kopiert. Die Scans werden auf Papier gedruckt und dann zu einem neuen konstruktivistischen Körper zusammengefügt. Eine Vielzahl Videoarbeiten, z.B. „Home“ (2008) ergänzen sein Portfolio. Der Künstler lädt dazu ein, wie er selbst, die eigenen Komfortzonen zu verlassen. Wir können sehen, was er von und über sich gelernt hat – nun fordert er selbiges von uns. Insgesamt charakterisiert sein Schaffen die Botschaft einer zusammenhängenden Gemeinschaft, einer vereinigenden Vision für ein ethisches und humanes Zusammenleben.

Poul R. Weile ist 1954 in Nyborg (Dänemark) geboren. Er studierte Bildhauerei an der Kunsthochschule Fünen in Dänemark und lebt und arbeitet seit 2008 in Berlin.

Autorin: Annabelle von Girsewald, Dresden, Januar 2018

 

Vita
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1954
geboren im dänischen Nyborg, lebt und arbeitet in Berlin

seit 2015
Zusammenarbeit mit Galerie FLOX

2009
Kurator von ”list&ast&list” Artfestival/Konferenz von 25 Künstlern aus allen Bereichen, Das Nordische Haus, Reykjavik

2004
CoKurator der ”ARTVILLE” Kunstmesse, Fisketorvet, København

seit 2003
Initiator of „Days of ART & Love“, Festival/Konferenz der KÜNSTE, Odense

2003
Kunstlehrer, Ryslinge Højskole, Ryslinge

1998 – 2009
Initiator / Künstlerische Leitung des ”Prospect ART”, Kunsterziehung für geistig behinderte Studenten, Fünen

1987 – 1993
Det Fynske Kunstakademi, Bildhauerei an der Kunstakademie Fünen

1983
Fantasifabrikken, Haslev (VideoART v. Torben Søborg)

1979 – 1984
Initiator / Leitung 3-jährigen Ausbildung Kunsterziehung an der Freien Kunstschule Fünens

 

Ausstellungen (Solo oder Gruppe)

seit 1988
u.a. in Berlin, Bremen, Dresden, Fünen (DEN), Gmunden (AUT), Kirschau, Kopenhagen (DEN), Lofoten (NOR), Magdeburg, Odense (DEN), Oslo (NOR), Paris (FRA),  Reykjavik (ISL), Salzburg (AUT), Seoul (KOR), Tistrup (DEN)

 

Sammlungen

seit 1988
u.a. in National Museum of PhotoArt, Odense /DEN), Artmuseum of Funen (DEN), The Fotocollection of the Royal Liberary, Kopenhagen (DEN), Kalmar Kunstmuseum (SWE), Drakabyggets Kunstmuseum, (SWE)