ZÖFFZIG robin

Robin Zöffzig – Der Mensch im Zentrum ornamentaler Vielfalt

Zöffzig gibt den Zugang zu seiner gegenständlichen Malerei nicht ungehindert frei. Durch die humoristische Darstellung von Maskerade, Clownerie oder den Einsatz zunächst grotesker Attribute, wird dem Publikum der direkte Blick vorerst verstellt und gängige Bezüge werden verklärt. In einem zweiten Schritt ziehen die erotisierten Damen Aufmerksamkeit auf sich, wobei ihre Kostüme den Betrachter vom Bildgegenstand ablenken wollen und seine Phantasie anregen. Wird auch diese Hürde überwunden, können Verweise auf Motive oder Kompositionen berühmter Werke der Kunstgeschichte entdeckt werden. Verschiedene Bildtypen wie Genre, Historienbild, Porträt oder religiöses Pietámotiv erinnern an klassische Themen. Diese erscheinen transformiert, werden in provokant bunter Manier zu zeitgenössischen Szenerien verfremdet und eröffnen eine geradezu narrative Vielfalt.

Street Art Reminiszenzen oder Charakteristika von Cartoonfiguren werden durch schematische Umrisse der abgebildeten Protagonisten und die ausdrucksstarke Farbwahl hervorgerufen. In den Bildhintergründen arbeitet Zöffzig meist ohne Tiefensuggestion, sondern fertigt mit Sprühauftrag der Lackfarben ornamentale Zierflächen, die der Figurenmalerei gegenüber gestellt wird. Arabesken kombiniert mit Blumengirlanden vergegenwärtigen geometrisierte millefleur Tapeten, deren Wert den Figuren ein luxuriöses und herrschaftliches Ansehen verleiht.

Als eindringliches Schmuckelement werden Frauen in einer Dichotomie aus Huldigung der Frau zum ikonenhaften Wesen, neben ihrer gleichzeitigen Fetischisierung als Lustobjekt vorgeführt. Die Damen karikieren Sünde, während sie gleichzeitig neben scherzhaften Kontrasten und Attributen des Spiels, den absurden Selbstdarstellungswahn unserer Gesellschaft versinnbildlichen. Durch die Wahl der Repräsentationsform wird die Erzeugung eines Frauen Kultbildes, etwa als Madonna oder im sakralen Kontext als Triptychon, heraufbeschworen.

Robin Zöffzig studierte Malerei an der Burg Giebigenstein Halle. Mit der ersten Chinareise 2007 und sein Auslandsstudium 2010 in Tianjin, vertiefte er asiatische Kunsttechniken und seine Faszination für Seidenmalerei fand hier ihre qualitative Auseinandersetzung. Porträts und kleiner angelegte Gruppenbildnisse bleiben weiterhin seine Sujets. Neu sind die fragilen und sinnlichen Figuren, die keine Spottbilder oder Superhelden mehr sind, sondern würdevolle Charaktere mit Witz und Geist.

 Autorin: Katrin D. Herold M.A., Berlin, Juli 2014

 

Vita
Zöffzig Foto 01

1984
geboren in Magdeburg, lebt und arbeitet in Leipzig (Baumwollspinnerei)

seit 2015
Diplom – Meisterschüler Malerei bei Prof. Rainer Schade

seit 2013
Zusammenarbeit mit Galerie FLOX

2012
Diplom – Malerei bei Prof. Ute Pleuger

2006-2011
Studium Malerei/Graphik / Burg Giebigenstein Kunsthochschule, Halle

2010
Auslandsemester an der ACADEMY OF FINE ARTS/ Tianjin V.R. China

2006
Fachoberschule Gestalten Halle

2005
Kommunikationsdesign / Produktdesign/ Fachschule für Gestaltung Leipzig

2003
Gestaltungstechnischer Assistent/Design

 

Ausstellungen (Solo oder Gruppe)

 

seit 2007
Beijing (V.R China), Berlin, Brüssel (Belgien), Halle, Kirschau, Leipzig, Leverkusen, Lübben, Magdeburg, Merseburg, Nürnberg, Tianjin (V.R China), Wittenberge

 

Studienaufenthalte / Stipendien

 

2007 und 2011
1. und 3. Chinareise