VOLKSBANK – FLOX – GALA 2015 mit amarcord „UNSEEN BLUE“ im Konzert

amarcord

Im Dialekt jener schönen italienischen Region Emilia-Romagna heißt amarcord „Ich erinnere mich“. Mit ganz neuem sphärischen Wohlklang erfüllt wurde der Name von ehemaligen Mitgliedern des Leipziger Thomanerchores anno 1992 –– Geburtsjahr des ensemble amarcord, das heute zu den weltweit besten Vokalensembles zählt. Doch es kommt jenes geflissentliche „weltweit“ nicht von ungefähr, sondern ganz aus dem Innern der fünf Sänger: aus ihrem gemeinsamen Atem, aus ihren Träumen, aus der Phantasie und der Sehnsucht nach Arkadien, nach der Welt. Mit alledem, noch dazu mit dem Talent des Schenkens, sind die fünf Sänger Wolfram Lattke (Tenor), Robert Pohlers (Tenor), Frank Ozimek (Bariton), Daniel Knauft (Bass) und Holger Krause (Bass) großzügig ausgestattet.

Immer unterwegs, haben sie mittlerweile 50 Länder kennengelernt, sind durch musikalische Stile, Genres und Zeiten gewandert (oder auch mal gesprungen) und haben die zahllosen Geheimnisse der menschlichen Stimme erkundet. Die ostdeutschen Gesangsakrobaten berichten dann davon auf ihre unnachahmliche Weise, als ob jemand mit einer Stimme sänge, dabei aber den klanglichen Reichtum eines ganzen Orchesters zu intonieren vermag. Mit schlichtweg perfekter Abstimmung von Phrasierung, Aussprache und Dynamik, als seien sie seit jeher füreinander bestimmt, loten sie die ganze Skala an Ober- und Zwischentönen von knallhart bis samtweich, von witzig-charmant bis aphrodisierend lasziv aus, um im nächsten Moment das Auditorium mit einem unglaublich reinen Akkord widerstandslos verzaubern oder zu Tränen rühren zu können. Seien es komödiantische Eskapaden, gespickt mit Grimassen und Geräuschen, seien es tiefernste Ausflüge in die geheimnisvolle, archaische Welt des einstimmigen Gesangs: Das Publikum reist mit und erlebt die Abenteuer des Ensembles als seine eigenen. So wird eine Konzert-Reise mit amarcord stets aufs neue zu einem kleinen Mirakel, ob sie sich nun im Musiksalon oder in der Fabrikhalle vollzieht, im Kulturhaus, Stadion, Palazzo oder in der Kathedrale.

Damit sie sich nicht irgendwo im virtuosen Miteinander verlieren, verwenden die fünf Männer einen Großteil ihrer Bemühungen auf die Abstimmung einer vielseitigen wie spannungsreichen Programmgestaltung. Beherzte Griffe in die Raritätenkiste, exquisite Neuentdeckungen, effektvolle Paradestückchen und schmissige Arrangements aus Rock, Pop, Soul und Jazz gehören ebenso auf amarcords Landkarte wie feinsinniges dramaturgisches Nachspüren musikalischer Herzgedanken vom Mittelalter bis zur Romantik, von der Renaissance bis zum Jetzt. Dass sie dabei mit Vorliebe auch auf zeitgenössischen Pfaden wandeln, wurde ihnen mit Widmungswerken u.a. von Bernd Franke, Steffen Schleiermacher, Ivan Moody, James MacMillan, Sidney M. Boquiren, Siegfried Thiele und Dimitri Terzakis als der rechte Weg bestätigt.

Bei allen beeindruckenden Darbietungen, immer ist eine ausgewogene Portion natürlichen Humors dabei. Wie die Natur allenthalben viel Fröhliches, Lustiges bietet, entdecken die amarcord-Sänger bei ihren Unternehmungen letztlich immer wieder auch das „„Land des Lächelns““.

Was die Fünf jedenfalls gemein haben: Sie müssen und wollen immer wieder zu ihrem guten heimischen Leipziger Wurzelwerk zurückkehren. Daraus entstehen dann wahlweise ein paar rare Ruhetage, ein besonders herzerwärmender Konzertauftritt, eine sehnlich erwartete neue Jahresauflage ihres 1997 gegründeten wunderbaren Internationalen Festivals für Vokalmusik „a cappella“ oder eine kostbare CD wie die „„Rastlose Liebe –– ein Spaziergang durch das romantische Leipzig““ von 2009, für die sie neben etlichen anderen Preisen auch einen ECHO Klassik bekamen.

amarcords Erfolge kommen nicht von ungefähr, und sie haben das niemals aus ihrem Weitblick verloren. So wie die Sänger einst als Knabenstimmen ihre erste wichtige Orientierung erhielten, so wie ihnen für ihre Ausflüge später wertvolle Empfehlungen bei renommierten Vokalisten wie den King’’s Singers oder dem Hilliard Ensemble zuteil wurden, geben sie ihre Erfahrungen nun an andere weiter und haben dafür u.a. sogar einen eigenen Wettbewerb ins Leben gerufen.

So verändern Wolfram Lattke (Tenor), Robert Pohlers (Tenor), Frank Ozimek (Bariton), Daniel Knauft (Bass) und Holger Krause (Bass) auf ihren gemeinsamen kleinen wie interkontinentalen Reisen die Welt auch ein klein wenig. Um nicht zu sagen ganz schön merklich.

Auszug aus dem Programm „unseen blue“ (ungesehen blau) zum FLOX – GALA – KONZERT  (Stand 10.10.15 / Änderungen vorbehalten):

* * * (Begrüßung)

Bernd Franke (*1959)
aus QUESTIONS – If I were rain (2012)
aus unseen blue (2002/2006)
(geschrieben für amarcord)

Steffen Schleiermacher (*1960)
Balladeskes Fragment
Indisches
aus Gesänge nach Hoheliedern der Frederike Kempner für Musenchor – also fünf singende Herren
(geschrieben für amarcord)

Renaissance-Madrigale
von Carlo Gesualdo, Luca Marenzio, Orlando di Lasso u.a.

* * * (45 min Pause)

Folk & Tales
Internationale Folksongs nach Ansage

* * * (Abschluss / Zugaben)

Programm GALA 2015_10_23 A4 hoch

Sektempfang, kulinarische Raffinessen, gepflegte Weine und die Begegnung mit zeitgenössischer Kunst geben dem Konzertabend seinen besonderen Rahmen und Charakter. Die Anzahl der All-Inklusiv-Tickets (80) ist limitiert. Die Reservierung erfolgt in der Reihe des Bestelleingang zum Preis von 65,-€/Person.