„algorythmatrix“ 28. Sonderausstellung SWYSEN mark (BE) / Rauminstallationen, Lichtobjekte, Grafik


VIP-Preview:  Donnerstag 06.09.2018 / 20:00 Uhr (auf Einladung)

Einführung: Andrea Hilger (OSTRALE Dresden)

Künstlerinterview geführt von Hellfried Christoph

Umrahmung: Audioinstallation Mark Swysen

Vernissage/First Day:    Freitag 07.09.2018 / ab 20:00 Uhr

der Künstler ist anwesend!

Umrahmung: Audioinstallation Mark Swysen

Last day :   Samstag 03.11.2018  / 11:00-18:00 Uhr

01097 Dresden, Obergraben 10 , im Neustädter Barockviertel Dresden

 

In seinen Arbeiten untersucht Mark Swysen (*1965, Hasselt/BE) menschliches Verhalten. Der Grund für diese Analysen mag seine wissenschaftliche Ausbildung sein, dass er das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und Psychologie sowie Genetik mit Soziologie, Philosophie, Religion oder Geschichte verbindet.  Der Künstler nimmt sich die Freiheit, jedes Material, jedes Objekt, jede Technologie oder jedes Phänomen als Werkzeug einzusetzen. Licht gehört – neben Bewegung und Klang – wegen seines beabsichtigten aber vor allem seinen subkutanen Einflusses auf das menschliche Gehirn zu seinen bevorzugten Medien.

Das wirbelnde Müllkonglomerat im Pazifik – eines der fünf riesigen Ozeanmüllflecken –  enthält 80.000 Tonnen Plastik und ist eine schwimmende Müllkippe, 50-mal so groß  wie Belgien. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass sogar unser Trinkwasser in Plastikflaschen durch Mikroplastik verunreinigt ist.

Die Installation „Algorythmatrix der Möglichkeiten für post-anthropozönes plastiglomerates Leben“ bietet eine Vorschau in eine undefinierte Zukunft, welche Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Lebens sich anbieten. Eine offene, begehbare Matrix, die aus Aluminiumstäben und transparenten Acrylatblättern konstruiert ist, stellt ein undefiniertes System dar aber eröffnet die Möglichkeit, Algorithmen zu berechnen. Beamer projizieren einen kontinuierlichen algorithmischen Fluss von genetischen Codes auf die Acrylatblätter. Der Klang eines ruhigen Herzschlags tröstet das Publikum. Unter einer transparenten Acrylat-Halbkugel hängen zahlreiche leere PET-Flaschen nach unten und schwebt wie ein übergroßer quallenähnlicher Organismus in der Mitte der Matrix. Die Tentakeln ähneln der Medusozoa, der ältesten Multiorgan-Tierart, die in dem Plastikmüll unserer Ozeane lebt. Ein elektrisch angetriebener Motor dreht die Tentakeln langsam in einer DNA-Helix-ähnlichen Bewegung. Das menschliche Leben – das Publikum und seine gespiegelte Reflexion – ist neben neuem Leben, das sich aus dem Polycarbonat-Thermoplastmüll des Menschen entwickelt, gegenwärtig.

 

 

 

 

Fotos und Videos: Uwe E. Nimmrichter, www.projektn2.de